Erlebtes, Tips&Tricks rund um das Hobby Wohnmobil Reisen!

Flußkreuzfahrt mal anders!

Wir hatten es ja bereits angekündigt, unser Herbsturlaub wird eine Kombination aus einer Reise mit dem Wohnmobil und einer Flußkreuzfahrt auf der Donau von Passau nach Wien und zurück nach Passau. Was liegt da näher die Wohnmobilreise auch entlang des Wasserstraßen durchzuführen. So begannen wir Mitte September unsere Planungen zu der Reise.

Die ungefähre Route auf unserer „Flußkreuzfahrt“

Warum sind die Linien im oberen Bild unterschiedlich farbig markiert? Eine Flußkreuzfahrt mal anders interpretiert. Zunächst haben wir mit unserem Wohnmobil eine Reise entlang des Main-Donau-Kanals und der Donau bis nach Passau getätigt. In Passau sind wir dann auf ein Riverboat aufgestiegen und nach Wien gefahren.

Wir sagen ja schon immer, mit dem Wohnmobilreisen ist sehr ähnlich dem einer richtigen Kreuzfahrt. Einmal die Gepäckstücke ausgepackt und jeden Tag an einem anderen Ort sein, das kennzeichnet nicht nur eine Schiffsreise. Dies ist auch mit einem Wohnmobil möglich. So haben wir aus dieser Reise eine Kreuzfahrt mit 2 Verkehrsmitteln realisiert.

Solche Reiseformen sind eine Alternative zu bisher gekannten. Eine Initiative in diesem Jahr, ist ja die Kooperation mit dem Schmetterling Reisebüro, welches sich hauptsächlich mit Kreuzfahrten beschäftigt. Unsere Wohnmobilerfahrung und das Thema Kreuzfahrten zusammen zu bringen, ist eine Synergie die wir beide weiter verfolgen möchten. Nicht nur deshalb ist mittlerweile das Portal www.womo-cruise.de entstanden. Hier werden zukünftig solche Kombireisen angeboten und mit erfahrenen Reiseleitern durchgeführt.

Organisatorisch haben wir zuerst die Cruise von Passau gebucht und später dann die Wohnmobilreise. Wie immer sind wir bereits am Tag vor dem eigentlichen Urlaubsbeginn los gefahren. Das erste Ziel war wie immer der Stellplatz am Main-Donau-Kanal bei Hilpoltstein, den wir gegen 18 Uhr erreichten. So fühlen wir uns bei der Ankunft bereits im urlaub, haben das auch sehr genossen. Bei der Ankunft schnell die Stühle aufgestellt und die frische Luft am Kanal mit einem Urlaubsgetränk eingesogen. Runter fahren, abspannen war der Sinn des Ganzen!

Ursprünglich wollten wir für einen weiteren Tag hier verbleiben, aber der Nebel ging nicht weg. So haben wir uns gegen Mittag entschlossen, nach Riedenburg im Altmühltal umzusetzen. So spontan kann man eben nur mit einem Wohnmobil sein, deshalb war das Gesagte auch schnell realisiert. Als Route haben wir den über die Landstraße gewählt, eben immer entlang des Flusses. Immer wieder haben wir auf dem Weg die Überreste des alten König-Ludwig-Main-Donau-Kanals gesehen. Bei einem Zwischenhalt haben wir dies auch in einem Videobeitrag dokumentiert.

Der historische Kanal bei Beilngrieß

In Riedenburg angekommen, erwarteten wir den Sonnenschein der angekündigt war. Leider wurde daraus nix, es hielt uns aber nicht ab, der historischen Altstadt einen Besuch abzustatten. Nicht unser erster Besuch in dieser Stadt, aber Riedenburg ist immer wieder schön anzusehen, nicht nur wenn man am Kanal entlang schlendert. So beendeten wir Tag 1 unserer Cruise an unserem Lieblingsort – unserer Villa.

Gegen 7.30 Uhr kitzelte uns die aufgehende Sonne in Tag 2. Persönliche Rituale haben wir hinter uns gebracht. Als gegen 10 Uhr immer noch die Sonne schien, war der Entschluss schnell gefasst, unsere Hummel zu aktivieren und die nähere Umgebung zu erschließen. Alles was wir mit dem Rad bisher gesehen hatten, war eben ein kleinerer Radius. Deshalb hatten wir bereits im Vorfeld beschlossen, unseren Roller, die Hummel, mit zu nehmen.

Unser Roller, gennant Hummel

Zuerst haben wir unseren Kühlschrank aufgefüllt, anschließend sind wir auf einen der Ortschaft gegenüberliegenden Aussichtspunkt gefahren und haben dort tolle Bilder machen können. Schön anzusehen war die Ortschaft von hier oben schon, auch weil die gegenüberliegenden Burgen und Ruinen gut zu erkennen waren.

Nach einer kurzen Mittagspause haben wir nochmals die Hummel bewegt. Dietfurth an der Altmühl und die nähere Umgebung war das nächste Ziel. Wieder entlang des Kanals erreichten wir diesen Ort ca. 30 min später. Wie alle anderen Orte im Altmühltal, atmet dieser Ort historisches Flair. Fotografisch ist das schon sehenswert, allerdings beeinträchtigt durch die modernen Verkehrsmittel, die immer im Wege stehen.

Auch in Dietfurt an der Altmühl befindet sich ein Stellplatz für Wohnmobile, der sich direkt am Kanal befindet. Zum Ort sind es von dort etwa 500 m Fußweg. Nach der Besichtigung sind wir zur Burg Eggersburg gefahren. Was für ein phantastischer Blick ist von hier zu sehen. Der Main-Donau-Kanal ist von hier aus in einem weiten Bogen sichtbar, die Orte liegen malerisch eingebettet ins Tal. Die Ruhe die vom Wasser ausgeht spürt man an diesem Ort förmlich. So etwas genießen wir und haben dementsprechend auch hier länger verweilt.

Tag 3 unserer Reise führte uns zunächst nach Regensburg. Ein Defekt an meinem Laptop machte einen längeren Besuch in einem Elektronik Markt notwendig. Nach einem kurzen Stadtrundgang durch Regensburg, dies mit der Kenntnis nochmals hierher zu kommen, fuhren wir weiter entlang der Donau und landeten Schlussendlich in Straubing. Ein für uns unbekannter Ort und leider auch ohne ausgebauten Wohnmobilstellplatz. Auf einem Großparkplatz haben wir für eine Nacht hier Quartier bezogen.

Großparkplatz Straubing

Straubing selbst hat uns positiv überrascht. Bereits am späten Nachmittag und am Folgetag, dann bei herrlichem Sonnenschein, haben wir diese historische Altstadt bewundert. Das architektonische Flair von Niederbayern kann man in Straubing sehr gut ansehen. Zahlreiche Lokalitäten laden ein. Man spürt, dass dieses Stadt lebt, dies zeigen dann auch die Geschäfte in der Fußgängerzone.

In Straubing erhielten wir eine Empfehlung, den nahen Bogenberg uns anzusehen. Ursprünglich wollten wir ja nach Bogen fahren und auf dem dortigen Stellplatz nächtigen. Da uns dieser nicht gefallen hatte, sind wir dann in Straubing gelandet. So ging unsere Flußkreuzfahrt an Land weiter, der nahe Bogenberg war das Ziel.

Hier angekommen, erwartete uns bei herrlichstem Herbstwetter zunächst ein tolles Gasthaus, in dem wir unser Mittag zu uns nahmen. Anschließend besichtigen wir, dass weitläufige Areal des Bogenberges. Ein Ort mit religösen Hintergund, hier befindet sich eine Wallfahrtskirche und ein toll anzusehender Friedhof.

Nun war es an der Zeit, dass wir uns auf unsere Kreuzfahrt auf der Donau vorzubereiten. Ein letzter Zwischenaufenthalt führte uns nach Vilshofen an der Donau. Von diesem Ort erreichten wir Passau in wenigen Minuten und hatten so noch Gelegenheit, einen weiteren Ort an der Donau uns anzusehen. Bei herrlichstem Wetter fanden wir auch schnell den Stellplatz am Sporthafen in Vilshofen und bezogen Quartier.

Stellplatz am Sporthafen, Vilshofen an der Donau

Vilshofen ist ein Ort der von und mit der Donau lebt. Verschiedene Kreuzfahrtschiffe realisieren hier den Passagierwechsel und auch diese Stadt strahlt historisches Flair aus.

Inzwischen hat Tag 5 der Reise begonnen. Heute war das Ziel Passau, wo wir am Abend mit dem 2. Teil unserer Kreuzfahrt beginnen wollten. Es musste der Umstieg von Wohnmobil auf das Schiff getätigt werden. Dazu haben wir bereits bei der Organisation der Reise mit dem befreundeten Reisebüro „Schmetterling Reisen“ eine Abstell- bzw. Parkmöglichkeit für das Wohnmobil organisiert.

Bei der Organisation einer solchen Reise, gilt es einiges zu beachten. Da wir ja bereits 5 Tage im Wohnmobil gelebt haben, befindet sich Verpflegung im Wohnmobil. Also ist der Kühlschrank in Betrieb, Speisen und Getränke an Bord des Wohnmobils. Deshalb sollte man vor dem Abstellen des Wohnmobils nochmals die Gasvorräte auffüllen, so dass die Gasversorgung des Kühlschrankes für die Dauer gewährleistet ist. Ebenso ist auch die Frage der Stromversorgung zu beachten, denn im Herbst sind nicht unbedingt immer Sonnentage. Da uns dies im Vorfeld schon klar war, haben wir uns entsprechend organisiert. Haltbare Speisen waren noch im Kühlschrank und alle unnötigen Stromverbraucher wurden ausgestellt. Die Heizung haben wir auf 8° geregelt, somit war auch ein Einfrieren nicht möglich.

Nachdem diese organisatorische Sache erledigt war, brachte uns ein Bus aus dieser Firma zum Schiff, außerhalb von Passau. Nun hatten wir noch ca. 3h Zeit, bis zum Einchecken auf dem Schiff, der MS Belissima von Nicko Tours. Diese verbrachten wir mit Mittagessen in einem nahen Gasthof und dem Einkaufen noch notwendiger Dinge. Das Einchecken war schnell erledigt, wir bekamen unsere Kabine und pünktlich um 17 Uhr begann nun die Kreuzfahrt auf der Donau.

MS Bellissima

Nun fuhren wir Nonstop nach Wien. Wien erreichten wir etwa gegen 14 Uhr und hatten hier Landgang bis ca 24 Uhr. Wir nutzten dies, für einen Ausflug in die Stadt. Dies war unser 2. besuch in der österreichischen Hauptstadt. Einige Dinge kannten wir bereits, sodass wir uns neue Ziele auserkoren haben. Zunächst der Naschmarkt und anschließend ein Wiener Kaffeehaus. Nachdem wir diese von uns ausgesuchten Ziele besichtigt haben, sind wir durch das Zentrum von Wien geschlendert und haben uns einfach treiben lassen. Die Straßenbahn brachte uns zur Abendessenszeit zurück auf das Schiff, hier verbrachten wir den weiteren Abend.

Etwa 24 Uhr waren alle an Bord, schon bald legte das Schiff ab und es ging in Richtung Krems. Mit mäßiger Geschwindigkeit fuhr das Schiff, wir erreichten Krems in den frühen Morgenstunden. Nach der Freigabe des Schiffes konnten wir an Land und den Ort Krems besichtigen. Wir hätten auch Ausflüge buchen können, dies ist aber nicht unser Ding. So haben wir es schon bei den Kreuzfahrten so gehalten, nur da wo es keine andere Möglichkeit gibt. Wir beließen es hier mit einem Erkundungsgang durch den Ortsteil Stein. Eine lange Hauptstraße mit einigen sehenswerten Häusern und einer Architektur, die sehr römisch anmutet. Später sind wir abseits gegangen und hatten von verschiedenen Plätzen schöne Ansichten auf das Donautal, die Weinberge und auf den Ort Stein.

Nun folgte unser persönliches Highlight. Krems ist der Eingang zur Wachau, die folgenden 2h Fahrt gingen durch diesen Landstrich. Viele der Gäste befanden sich auf dem Oberdeck und schauten in die wundervolle Landschaft. Die Wachau ist ein 35 km langer Abschnitt entlang der Donau zwischen Krems und Melk. Weinanbau, historische Orte und die sehenswerte Landschaft kennzeichnen diesen Ort.

Wir haben unzählige Bilder bei der Durchfahrt gemacht, dies hier ist eine Auswahl an schönen Momenten. Das ist auch der Unterschied zu einer See Kreuzfahrt, bei der man meist weit ab der Küste fährt. Bei einer Flußkreuzfahrt gibt es durch die relative Ufernähe immer etwas zu sehen, zu bestaunen. Auf jeden Fall hat diese Reiseform auch seine Berechtigung, wir sehen es immer wieder, wenn diese Riverboote an Stellplätzen vorbei fahren.

Der nächste Stop auf unserer Tour war am nächsten Tag in Linz. Linz ist die drittgrößte Stadt in Österreich und zugleich Landeshauptstadt von Oberösterreich. Eine moderne Stadt, was sicher auch an den Universitäten liegt, die hier ansässig sind. Wir lagen den ganzen Tag hier im Hafen und hatten so die Möglichkeit die Stadt näher zu besichtigen. Das Stadtzentrum ist weitflächig gelagert. Modernes wechselt sich stetig mit historischen bauten ab, u.a. auch dem Linzer Dom.

Nach Linz ging es auf die letzte Etappe der Flußkreuzfahrt. Zeit sich nochmals auf dem Schiff umzusehen und auch immer wieder, sich von der Besatzung zu verabschieden. Es ist nicht das neuste Schiff, wir haben es während dieser Kreuzfahrt lieb gewonnen. Eins schöne Zeit an Bord, mit tollen Gästen. Es wird sicher nicht die letzte Reise dieser Art sein.

Irgendwann geht jede Reise zu Ende. Nach Linz erreichten wir Passau am nächsten Morgen gegen 5 Uhr. Erstmals mussten wir wieder den Wecker stellen, denn die Ausschiffung sollte bereits gegen 8 Uhr erledigt sein. Koffer gepackt, diese vor der Kabine abgestellt, Frühstücken und dann noch die restlichen organisatorischen Dinge erledigt. Dann hieß es Abschied nehmen, zunächst von der Besatzung unseren unmittelbaren Gästen, die uns begleiteten und nicht zuletzt vom Schiff. Der Bus erwartete uns bereits, 15 min später standen wir in Passau am Abstellplatz. Die Koffer waren bereits da, dann ging es zu unserem Wohnmobil. Erster Blick auf die Gasanzeige und die Aufbaubatterie – es war alles im grünen Bereich. 5 min später waren wir bereits auf der Autobahn und fuhren gen Erfurt, denn dort hatten wir einen wichtigen Termin.

In einer Video Playlist haben wir die gesamte reise dokumentiert, schaut selbst!